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Beiträge: PISA, wie man es noch nie sah.....

geschrieben von: Redaktion am 05.11.2005, 18:00 Uhr
paperpress525 
Sind die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten PISA-Studie wirklich eine Überraschung?
PISA, wie man
es noch nie sah

Donnerwetter. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Kinder aus besser gestellten Familien sollen größere Chancen in Schule, bei Bildung und bei der Berufsfindung haben, als Kinder aus ärmeren Elternhäusern. War das nicht eigentlich jedem klar? Was ist neu an dieser Meldung? Die PISA-Studie bringt es auf den Punkt und alle sind erstaunt. Die Bündnisgrünen fordern. „Alle Begabungen fördern!“, und der bildungspolitische Sprecher Özcan Mutlu erklärt in einer Pressemitteilung:

„Die aktuelle Pisa-Studie zeigt, dass die Chancen, ein Gymnasium besuchen zu können, vor allem von der sozialen Herkunft abhängt. Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren Familienverhältnissen und mit Migrationshintergrund haben es extrem schwer. Die fehlende soziale Gerechtigkeit bleibt das länderübergreifende Manko in Deutschland.

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht daher fest: Die Bildungsreform kann nur gelingen, wenn endlich ein Schulsystem geschaffen wird, in dem alle Begabungsreserven jedes einzelnen Kindes ausgeschöpft werden. Während andere OECD-Staaten sowohl aus volkswirtschaftlichen als auch aus sozialpolitischen Gründen darauf setzen, möglichst alle Schüler optimal zu fördern und die Gruppe der "Leistungsschwachen" klein zu halten, gelingt das den deutschen Bundesländern, insbesondere Berlin kaum. Dadurch wird Jugendlichen die Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen Erfolg verwehrt. Es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, ALLEN Kindern dieselben Bildungschancen zu gewähren, damit sie ihre jeweiligen Potenziale entfalten können. Die Qualität vorschulischer Bildung und Erziehung zu verbessern, ist hierfür ein wichtiger Schlüssel.

Um in Berlin die Chancen von Kindern aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund wesentlich zu verbessern, müssen die Schulen in sozialen Brennpunkten bzw. mit einem hohen MigrantInnenanteil
zusätzlich gefördert werden. Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund müssen einerseits selbst gefördert werden und anderseits müssen sie Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder übernehmen. Die gezielte Förderung von Schulen in Problemquartieren, Ausbau von Ganztagsangeboten, Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, Abschaffung des Sitzenbleibens und Reduzierung der Klassenfrequenzen sind Themen die verstärkter finanzieller Förderung und Sicherung bedürfen. Auch einem Finanzsenator müsste spätestens seit der Pisa-Studie klar sein: Reformen gibt es nicht zum Nulltarif! Wer am Fundament spart, darf sich nicht wundern, wenn das gesamte Haus zusammenbricht.

Berlins Bildungssenator Klaus Böger (SPD) hat bei der Bewertung der Ergebnisse des PISA-Bundesländervergleichs zu mehr Differenzierung und Genauigkeit aufgerufen.

Böger: „Natürlich wissen wir in Berlin, dass wir die Leistungen unserer Schulen verbessern müssen. Unsere Reformen – früher und eindringlicher als in jedem anderen Bundesland – setzen deshalb auf mehr Eigenständigkeit der Schulen, klare und überprüfbare Standards in den Rahmenlehrplänen und ein viel höheres Maß an Überprüfung der Güte der einzelnen Schule. Wir brauchen eine Kultur der Anstrengung für unsere Schüler und der fairen Betrachtung unserer Schulen.“

Böger weiter: „Zur Einordnung der Ergebnisse muss man folgendes wissen:

1. Berlin hat im deutschlandweiten Vergleich unter den 15jährigen den höchsten Anteil an Gymnasiasten überhaupt, nämlich 34,5 Prozent. In anderen Bundesländern gehen anteilig bis fast zu einem Drittel weniger Schüler eines Jahrgangs aufs Gymnasium. Diese kompetenten und fürs Gymnasium tauglichen Schüler tauchen dort in der Realschulstatistik auf.

Es ist also überhaupt kein Wunder, wenn schon durch die hohe Zahl von Gymnasiasten das Durchschnittsergebnis der Berliner Gymnasiasten schlechter wird. Nimmt man die Schüler in der Gesamtschule, die sich für die gymnasiale Oberstufe qualifizieren können hinzu, sind es noch mehr junge Menschen, denen wir eine Chance auf eine möglichst hohe Bildung geben. Unser Gesamtergebnis über alle Schularten wird übrigens durch eine hohe Zahl von Gymnasiasten besser, weil viele Schüler recht hohe Ergebnisse erzielen - und nicht wenige Schüler noch etwas höhere Leistung.

2. Der Abstand zwischen unseren besten Gymnasiasten und den besten Gymnasiasten anderer Bundesländer ist deutlich geringer als der zwischen den jeweils schlechteren Gymnasiasten. In Berlin wie den anderen beiden Stadtstaaten öffnet sich im Gymnasium die Leistungsschere besonders stark im unteren Bereich!

3. Wir sehen also Veränderungspotential und Begabungsreserven gleichermaßen. Berlin versucht mit den neuen Rahmenlehrplänen, den Impulsen durch die Vergleichsarbeiten und über die Handreichungen zur naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenz den Schulen kompetenz- und standardbezogene Aufgabenformate näher zu bringen - auch zu den bisher vernachlässigten mathematischen Inhaltsbereichen wie „Unsicherheit“ (Stochastik, Statistik).“

Zum Hintergrund der PISA-Studie:

Berlin hat an PISA zum ersten Mal 2003 offiziell teilgenommen - und zwar mit mehr als 4 600 Schülern im Alter von 15 Jahren. Rund ein Viertel aller Berliner PISA-Teilnehmer haben einen Migrationshintergrund. Von den getesteten 15 Jährigen hatten 22 Prozent die 9. Klasse noch nicht erreicht. Gleichwohl bezieht sich das Testniveau auf die 9.Klasse.

Berlin liegt im Gesamtergebnis in den getesteten Feldern Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften und der Problemlösungskompetenz immer an der Spitze der Stadtstaaten und auch vor etlichen Flächenstaaten.

In der Mathematik liegt Berlin vor Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf Platz 13. In der Lesekompetenz liegt Berlin gleichauf mit Niedersachen auf Platz 10. In der Naturwissenschaft liegt Berlin ebenfalls auf Platz 10 und in der wichtigen Problemlösungskompetenz liegt Berlin auf Platz 7. Bei den Naturwissenschaften und der Problemlösungskompetenz liegt Berlin ganz eindeutig im OECD-Durchschnitt.
Neu ist bei der jetzigen Auswertung im November der Blick auf den Schulartenvergleich und die Konzentration auf die drei Teilfragen: Verteilung der Schüler auf Klassenstufen, Umgehen mit Zeit, Kompetenzunterschiede zwischen Schularten.

  
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