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Vor 60 Jahren endete die Blockade West-Berlins

geschrieben von: Redaktion am 16.05.2009, 10:41 Uhr
paperpress568 
Nein, es ist keine Nostalgie von Ewig-Gestrigen, wenn immer wieder der Blockade West-Berlins von Juni 1948 bis Mai 1949 und der damit einhergehenden Luftbrücke gedacht wird. Blockade und Luftbrücke sind ein ganz wesentliches, wenn nicht das wesentlichste Stück Nachkriegsgeschichte dieser Stadt. Hätten die West-Siegermächte West-Berlin damals preisgegeben, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen. Das klingt gewaltig, entspricht aber den Tatsachen.
Es ist ein wirklich emotionaler Moment, wenn bei den jährlichen Gedenktagen zum Ende der Blockade am 12. Mai 1949, eine Dakota den Platz der Luftbrücke überfliegt und mit den Tragflächen wackelt, während die Militärkapellen am Mahnmal die Nationalhymnen Groß Britanniens, der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland spielen.

Auch in diesem Jahr, zum 60sten Jahrestag des Endes der Blockade, kamen wieder viele Veteranen nach Berlin, Männer und Frauen, die damals die Versorgung West-Berlins aus der Luft organisierten. Klaus Wowereit wies in seiner Rede auf die beispiellose logistische Leistung der „Operation Vittles“ hin, wie das Projekt offiziell hieß. Er erinnerte aber auch an die 78 Menschen, die während der Blockade ums Leben kamen. Am Abend des 23. Juni 1948 startete Jack O. Bennett auf Anweisung des Militärgouverneurs der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland - Lucius D. Clay - mit einer Zivilmaschine voll beladen mit Kartoffeln zum ersten Flug nach Tempelhof. (Er weigerte sich, in seiner mit Passagiersitzen ausgestatteten Maschine Kohle zu transportieren - man einigte sich schließlich auf Kartoffeln in Säcken).

Damit begann eine beispiellose Aktion der Amerikaner, die unter dem Namen OPERATION VITTLES in die Geschichte eingegangen ist - die Versorgung einer Millionenstadt vollkommen aus der Luft. Die Briten folgten zwei Tage später mit der Operation Plane Fare. Jack O. Bennett war der einzige Luftbrückenpilot, der sein weiteres Leben, bis zu seinem Tode am 26. August 2001, in Berlin verbrachte. Er war in der Stadt bekannt wie der sprichwörtliche „Bunte Hund“ und überall anzutreffen. In einem bei Ullstein erschienenen Buch berichtete er über seine Erlebnisse in der Luft.

Das wohl berühmteste Foto von der Luftbrücke: ein „Rosinenbomber“ im Landeanflug auf Tempelhof und am Boden Kinder, die darauf warteten, dass an kleinen Fallschirmen Süßigkeiten abgeworfen wurden. Zu dem Erfinder dieser Aktion kommen wir noch.

Nach der Gedenkfeier am Luftbrückendenkmal fand in der ehemaligen Abflugs- und Ankunftshalle des Flughafens Tempelhof eine weitere, vom RBB live übertragenen, Veranstaltung, vor allem zu Ehren der Luftbrücken-Veteranen statt. 1.000 Ehrengäste nahmen daran teil. Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erinnerten in ihren Reden noch einmal an dieses beispiellose Projekt. Luftbrücken gab es inzwischen mehrere, aber keine, die so lange eine so große Stadt versorgte. Am Nachmittag lud der Senat zu einer großen Feier in Tempelhof ein, an der etwa 160.000 Menschen teilnahmen.

Trubel auf dem Flugfeld Tempelhof, wie einst bei den legendären Tagen der offenen Tür. Es war allerdings die erste Veranstaltung dieser Art nach Schließung des Flughafens. Damals, als in Tempelhof noch Starts und Landungen erfolgten, stand hier mehr als nur ein Flugzeug. Der Museumsrosinenbomber wird nie wieder fliegen, schon gar nicht von Tempelhof. In die Erinnerung an die Luftbrücke mischte sich erneut die Wehmut darüber, dass dieser Flughafen nicht mehr in Betrieb ist. Alles, was jetzt hier stattfindet, mag gut und schön sein. Aber, ein Flughafen ist ein Flughafen und kein Laufsteg für Modemessen. Wenn es etwas gibt, was dem Rot-Roten Senat ewig anzulasten sein wird, dann die Schließung dieses Flughafens. Ehrlicher Weise muss man hinzufügen, dass diejenigen, die den Flughafen hätten retten können, zwar die Klappe aus parteipolitischen Gründen groß aufrissen, aber tatsächlich keinen Finger krumm gemacht haben.

Die Big Band der Marienfelder Gustav-Heinemann-Schule spielte beim Tag der offenen Tür auf dem Flugfeld Tempelhof.

Auch historische Fahrzeuge waren zu sehen, wie beispielsweise dieser Jeep des Rundfunks im amerikanischen Sektor (RIAS). Nicht jeder hatte damals ein Radio zu Hause, und so fuhr der legendäre Rias-Reporter Jürgen Graf mit dem Jeep durch Berlin und verbreitete die aktuellen Nachrichten. Ein historisches Hördokument ist seine Reportage aus einem Flugzeug der Luftbrücke.

Berühmt wurde Jürgen Graf (1927-2007) allerdings mit seiner Reportage über den Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Juni 1963 in Berlin. Während des gesamten Aufenthaltes fuhr Graf mit einem Pkw-Über-tragungswagen hinter dem Fahrzeug Kennedys her und lugte mit seinem Mikrophon aus dem Schiebedach.


  
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