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Beiträge: "Ein Traum geht in Erfüllung"

geschrieben von: Redaktion am 16.05.2009, 11:02 Uhr
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Der Tempelhofer Hafen - Vom Schrottplatz zum Mega-Shoppingparadies. Damals war’s. Der Tempelhofer Hafen vom Ullsteinhaus aus gesehen. Kein Schmuckstück. 1906 eröffnet, hatte Tempelhof, damals noch vor den Toren Berlins gelegen, einen eigenen Hafen, der allerdings den südlichen Landkreisen gehörte. 1908 wurde der Speicher fertig gestellt, und erst 15 Jahre später nahm einige Kilometer nördlich ein anderer Hafen seinen Betrieb auf, der Flughafen Tempelhof.
Inzwischen gehörte Tempelhof seit 1920 zu Groß-Berlin und war einer von 20 Bezirken. Während der Flughafen Tempelhof nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik noch eine ebenso spannende wie wechselvolle Geschichte hatte, tat sich am Hafen nach 1990 vorerst wenig.

Die historische Aufnahme zeigt, wie es viele Jahre am Tempelhofer Damm aussah. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Speicher als Lebensmittellager genutzt und von SS-Truppen in Brand gesetzt, als die Rote Armee auf dem Vormarsch war. Nach dem Kriege nutzte der Senat das Gebäude als Speicher, aber das ganze Areal war eher eine unschöne Schmuddelecke an der Ortsgrenze zwischen Tempelhof und Mariendorf. Und als sich später dort noch ein Schrottplatz etablierte, hatten die auf der Brücke vorbeilaufenden Menschen noch weniger Veranlassung, einen Blick auf den Hafen zu werfen. Erst nach der Wende wurde der Standort wieder entdeckt. Eigentümer waren die südlichen Landkreise von Berlin. Der seit 1979 gegenüber vom Hafen liegenden ufaFabrik ist es zu verdanken, dass Anfang des neuen Jahrtausends endlich Pläne geschmiedet wurden, um aus dem Tempelhofer Hafen etwas Stattliches zu machen. Die Pläne der Architekten, die mit der ufaFabrik zusammenarbeiteten, wurden nicht übernommen, sie waren eben nicht „kommerziell“ genug. Schließlich muss sich so ein Projekt für einen Investor und später für die Betreiber auch rechnen. Die REM+tec-Architekten gewannen schließlich die Ausschreibung und die HLG-Projektmanagement Gesellschaft realisierte das Vorhaben.

Bis es allerdings so aussah wie heute, vergingen einige Jahre. Der politische Streit im Bezirk verzögerte das Projekt immer wieder. Bei diesem Streit ging es im Wesentlichen um Quadratmeterzahlen. Von 12.500 qm zu Beginn der Planungen, war bald nicht mehr die Rede. Nun sind es 19.500 qm Verkaufsfläche und 34.000 qm Nutzfläche auf insgesamt 30.000 qm Grundstücksfläche, wozu das Hafenbecken noch hinzu kommt. Vom Grundstückskauf im Juni 2004 dauerte es bis Mai 2007, ehe die baurechtlichen Fragen geklärt waren. Dazwischen lag eine Wahl, die dem Vorhaben zugute kam. Am 23. Mai 2007 wurde der Grundstein gelegt, am 1. Juni 2007 starteten die Bauarbeiten, ein Jahr später fand das Richtfest statt, und am 29. April 2009 öffnete das neue Stadtquartier seine Pforten.
Und so sieht der gesamte Hafenkomplex aus der Vogelperspektive aus. Im Vordergrund das berühmte Ullsteinhaus, dahinter das Hafenbecken. Hin-ter dem Speicher zieht sich das Shopping-Center die Ordensmeisterstraße entlang. 600 Parkplätze warten auf die Besucher. Aber auch ohne Auto kommt man bequem dorthin, mit Bussen und der U-Bahn, die direkt vor der Tür halten.


Eingebettet ist der Speicher in ein supermodernes Einkaufszentrum. Das Restaurant im Vordergrund war ursprünglich so nicht vorgesehen. Es verdeckt leider den Blick auf den Speicher beim Überqueren der Brücke über den Teltowkanal. Aber schließlich müssen irgendwie die Nutzflächen entstehen. Das Restaurant ist noch nicht fertig. Lediglich der Eröffnungsempfang am 29. April fand dort statt. Auch auf den Maximilian Hafen-Imbiss müssen die Kunden noch warten. Der ursprüngliche Besitzer verkauft jetzt seine Würste in Alt-Mariendorf, im Hafen richtet sich ein neuer Betreiber ein.

Am Vortage der Hafeneröffnung sprach Bezirksbürgermeister Ekkehard Band auf einer Pressekonferenz das aus, was viele in der Eingangshalle des neuen Einkaufszentrums am Tempelhofer Hafen dachten. „Ein Traum wird wahr!“

Das mag Juppy von der ufaFabrik vielleicht nicht ganz so euphorisch sehen. Seine Visionen von einem Kulturzentrum mit Einkaufsmöglichkeiten haben sich nicht umsetzen lassen. Auch das Kinderland, das das Nachbarschaftszentrum der ufaFabrik betreiben sollte, wird jetzt ein Bambooland, Fertigstellung im Sommer 2009.

Bei der Eröffnungspressekonferenz: Center-Manager Dieter Simon, HLG-Geschäftsführer Christian Diesen, Baustadtrat Bernd Krömer, Bürgermeister Ekkehard Band, REM+tec-Architekt Johannes Tücks und Hochtief-Niederlassungsleiter Thomas Drill. 40 Mitarbeiter von Hochtief haben die Baumaßnahmen begleitet, 150 Nachunternehmen, davon 90 Prozent aus Berlin und Brandenburg, waren beteiligt, bis zu 700 Bauarbeiter waren zu Spitzenzeiten gleichzeitig tätig, 100 LKW-Ladungen wurden täglich transportiert, kurzum, eine logistische Meisterleistung. Und bei all dem Gewusel kam es zu keinen schweren Unfällen während der gesamten Bauzeit. Ekkehard Band unterstrich die positive Ausstrahlung, die das Hafen-Center auf den Tempelhofer Damm haben werde. 500 zusätzliche Arbeitsplätze seien, so Band, entstanden. 121 Menschen, die zum Teil langzeitarbeitslos waren, konnten auf den Ersten Arbeitsmarkt zurückgeholt werden. Baustadtrat Bernd Krömer wies darauf hin, dass die Menschen, die am Tempelhofer Damm wohnen und bisher zum Shoppen in die Gropius-Passagen oder in die Steglitzer Schlossstraße fuhren, das nun nicht mehr nötig hätten.

Im Hafen-Center gibt es nichts, was es nicht gibt. Auch die Berliner Sparkasse ist im Hafen präsent. Und der berühmte Maximilian-Grill ist auch wieder da. Wie sehr EDEKA Lebensmittel liebt, konnte man schon auf der Eröffnungspressekonferenz sehen. Auf 4.200 Quadratmeter hat sich das so genannte „E center“ ausgebreitet. 80 Beschäftigte verwalten 35.000 Artikel. Die Region Brandenburg ist in besonderer Weise mit Lebensmitteln bei EDEKA vertreten. Historisch betrachtet, sind die Lebensmittel nun in den Tempelhofer Hafen zurückgekehrt.

Die strahlenden Gesichter vor dem originalgetreu wieder errichteten Speichergebäude sind berechtigt. Dem Bauherren und den Bauarbeitern ist ein wirklich ansprechendes neues Stadtquartier gelungen, eben mehr als nur ein neues Shopping-Center.

Und wo gibt es schon bei der Eröffnung eines Einkaufszentrums eine waschechte Schiffstaufe? Natürlich in Tempelhof. Das alte, restaurierte Frachtschiff Glauschau wurde in Alte Liebe Tempelhof umbenannt. Die Sektflasche zerbarst programmmäßig am Bug des Schiffs, auf dem künftig ein Restaurant auf Kunden wartet.

Mit dem Durchschneiden des roten Bandes wurde der Hafen nun endgültig an die Tempelhofer, Mariendorfer und restlichen Berliner übergeben. Center-Manager Dieter Simon, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Bauherr Christian Diesen nahmen den feierlichen Akt vor. Schon früh um 4 Uhr standen die Schnäppchenjäger vor der Tür, um bei der Eröffnung des Media-Marktes um 6 Uhr zuerst zugreifen zu können. Mehrere Zusatzkassen mussten eingerichtet werden, um dem Ansturm Herr zu werden. So einen Umsatz wünscht man allen Händlern im Tempelhofer Hafen an jedem Tag. Von Wirtschafts- und Finanzkrise keine Spur. Gegen Mittag war das neue Hafencenter so voll wie sonst nur an verkaufsoffenen Sonntagen.

Seit der Schließung des Flughafens Tempelhof im Oktober des letzten Jahres, gibt es nicht mehr so viele Anlässe, über Tempelhof in der Öffentlichkeit zu berichten. Zum Glück gibt es die ufaFabrik, aber auch jetzt den neuen Tempelhofer Hafen, ein Stadtquartier zum wohl fühlen.

Jugendstadträtin Angelika Schöttler hatte noch einen anderen Termin bei der Eröffnung des Tempelhofer Hafens, nämlich bei C&A. Dort holte sie sich eine Spende in Höhe von 2.500 Euro von der Filialleiterin Karin Grupp-Götz (3.v.r.) ab, die sie an Sigrid Zwicker vom Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum der ufaFabrik für den Kinderbauernhof weiterreichte. Charly Chaplin war natürlich auch dabei sowie Annelene Eilers-Hellmich und Claudia Dorow vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg.

Kommentar:

Das Kaufverhalten der Bürger hat sich offenbar verändert. So schön lange Einkaufsstraßen mit einem Geschäft neben dem anderen sind, so ein Shoppingcenter, in dem sich alles unter einem Dach befindet, hat einen besonderen Reiz. In Berlin gibt es inzwischen über 40, Tendenz steigend. Besonders gut gelungen und immer noch äußerst attraktiv ist die Steglitzer Schloßstraße zwischen Rathaus und Walther-Schreiber-Platz. Ein Center neben dem anderen, dazwischen Kaufhäuser und kleine Geschäfte. Hier macht das Bummeln Spaß. Ob die Tempelhofer trotz ihres Hafens ganz auf einen Besuch in der Schloßstraße verzichten werden, wage ich zu bezweifeln. Aber wie auch immer, als fast unmittelbarer Anwohner des Tempelhofer Hafens bin ich sehr froh über das, was hier entstanden ist. Schon allein, dass der unansehnliche Schrottplatz endlich der Vergangenheit angehört. Und wenn bis zum Herbst alle Bereiche im Hafen frei zugänglich sein werden, wird der Gesamtkomplex eine Oase im Wohngebot Mariendorf/Tempelhof sein. Vorbei an mehreren Spielhallen sehe ich das Ullsteinhaus und weiß, dahinter befindet sich ein Quartier, in dem man sich wohl fühlen kann. Und dazu wird auch künftig immer ein Abstecher hinüber zur ufaFabrik gehören, wegen der Kultur und auch wegen des preiswerten Essens im Cafe Olé.

Ed Koch


  
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